Mittwoch, 10. März 2021

Wipe Code zum Abstreifen der Düse vor dem Druck für den FLSUN QQ Delta Drucker

Wer kennt nicht das Problem des ersten Layers? Oftmals misslingt er, weil sich an der Düse noch Reste von vorherigen Drucken befinden. Diese bilden dann einen "Blob" der nicht nur hässlich ist, sondern unter Umständen auch weitere Linien vom Druckbett abreißt. Mit einem Skript, das vor dem eigentlichen druck ausgeführt wird, lässt sich dies verhindern oder zumindest minimieren.

Mit diesem Code lässt sich vor dem Druck eine Line am äußersten Rand des Druckbetts ziehen um vor Druckbeginn Reste an der Düse abzustreifen. Das ursprüngliche Skript habe ich etwas abgeändert, da es mit 130mm Radius zumindest bei meinem Drucker so sehr an den Rand ging (maximal 130mm Radius beim QQ ) und es zu Klackern der Antriebe kam. 120 mm sind immer noch gut weit weg von den meisten Druckjobs und sollte es sich trotzdem mit dem ersten layer des prints überlagern, dürfte diese kurze Linie dort überdruckt werden. Wem das nicht reicht, der kann ja alle die Werte, die im nachfolgenden Skript auf 120 stehen höher setzen.

Der Q5 hat einen maximalen Radius von 100mm (200 mm Druckbettdurchmesser). Auch hier würde ich empfehlen, den Radius auf 95 zu beschränken.

Nachfolgend das Skript für den QQ:

; Skript: Abstreifen von Düse am Rand

G92 E0

G0 F6000 X120 Y0 Z.3

; Extruder vor dem eigentlichen Abstreifen kurzes Stück extrudieren lassen

G92 E0

G1 F200 E1

G92 E0

G3 X0 Y120 I-120 K0 E30 F600

G0 F6000 Z15

G92 E0


Für den Q5 entsprechend mit auf 95mm reduziertem Radius:

; Skript: Abstreifen von Düse am Rand

G92 E0

G0 F6000 X95 Y0 Z.3

; Extruder vor dem eigentlichen Abstreifen kurzes Stück extrudieren lassen

G92 E0

G1 F200 E1

G92 E0

G3 X0 Y95 I-95 K0 E30 F600

G0 F6000 Z15

G92 E0


Anleitung: Code per Copy&Paste kopieren und in Cura oder Repetier (oder einem anderen Druckprogramm) bei der Druckerdefinition so einfügen, dass das Script jedes Mal vor dem eigentlichen Druckauftrag ausgeführt wird.

Schritt 1: In Cura Einstellungen->Drucker verwalten anwählen


Schritt 2: Geräteeinstellungen des Druckers aufrufen

Schritt 3: Skript per Copy and Paste einfügen

Natürlich geht das analog auch mit anderen 3D Druckprogrammen wie z.B. Repetier, Simplify 3D usw.

Ursprünglich gefunden bei facebook in einem Beitrag von Chad Andrews


Freitag, 15. Januar 2021

Tipps zur Druckbetthaftung, Ablösung und längerer Druckbettlebensdauer beim Flsun Delta Drucker QQ-S und Q5

Gleich vorab: Was ihr hier zu lesen bekommt, habt ihr vermutlich teilweise noch nirgendwo gesehen. Aber die Tipps wie euer Druck besser haftet und wie ihr ihn besser abbekommt sind Gold wert!

Flsun Deltadrucker verfügen über eine speziell beschichtete Glasplatte. Die genaue Rezeptur der Beschichtung ist Firmengeheimnis, aber wenn man alles richtig macht ist sie ein echter "Gamechanger"!

Über die vielen unterschiedlichen Methoden, wie man die Haftung des Drucks verbessert wird es noch einen Artikel geben, aber hier beschränken wir uns auf die einfachsten, günstigsten und praxiserprobten Verfahren. Zunächst einmal eine Regel Nummer 1 die ihr wirklich beherzigen sollt, wenn die Glasplatte länger halten soll und eure Prints sich nicht verziehen sollen:

Regel Nummer 1: Lass deinen Print abkühlen!

Nein, gehe nicht mit einer Spachtel dran, nachdem der Drucker gerade 2 Minuten fertig ist. Lass dem Print Zeit! Genügend Zeit, damit er sich so weit wie irgend möglich selbst vom Druckbett lösen kann. Warmer Kunststoff ist klebrig und jede gewaltsame Ablösung schwächt die Beschichtung der Druckplatte und im schlimmsten Fall platzen Splitter von ihr ab! Das ist mehr als ärgerlich und meist unnötig.

Auch wenn die Temperaturanzeige auf dem Touchdisplay anzeigt, das das Druckbett unter 40°C abgekühlt ist, kann es im Inneren noch wesentlich heißer sein. Beim gewaltsamen Ablösen kann dies durch thermische Spannungen zudem dazu führen, dass sich dein Bauteil verformt. Insbesondere bei flachen Bauteilen ist dies kritisch. Am Ende ist es zwar befreit aber krumm.

Regel Nummer 2: Verwende einen Haftvermittler!

Drucke nie direkt auf die Glasplatte, sondern verwende immer eine Schicht eines Haftvermittlers. Wenn der Druck "sticky" also zu klebrig ist, reißt du höchstens mal die Schicht des Haftvermittlers ab, aber die Glasplatte der Druckers bleibt heil. Erneuere sie nach jedem Druck leicht und spätestens nach 10 Drucken komplett mit einem Reinigungszyklus. Es gibt Anwender die Holzleim, Prittstift, ABS Sluice oder Bluetape verwenden. Das ist teilweise Geschmackssache, diese Produkte haben aber auch einige Nachteile. 

Ideal als Haftvermittler finde ich die Verwendung von Haarlack/Haarspray oder kommerziellem 3D Druck Spray. Die eigentliche Funktion dieser Mittel war es in der Vergangenheit die Haftung zwischen Druckmaterial und Druckbett zu erhöhen. Die Druckbetthaftung der Flsun Deltas ist aber von Haus aus hervorragend - manchmal eher zu gut. Daher ist hier die eigentliche Aufgabe, zu verhindern, dass die Beschichtung der Glasplatte sich zu schnell abnutzt oder die Glasplatte splittert.

Haarlack oder 3D Lack ist ein billiges und absolut effektives Mittel um das zu verhindern.

Regel Nummer 3: Benutze PLA wenn immer möglich

PLA mag nicht immer das Material deiner Wahl sein, wenn du etwas ganz bestimmtes erzielen willst. Oftmals gehen jedoch die ersten Drucke schief, insbesondere dann, wenn das Teil selbst per CAD erstellt wurde. Andere Materialien wie PETG oder ABS haften aber viel stärker an der Druckplatte. Sie werden heißer gedruckt und belasten sei daher stärker. Das Ablösen erfordert gerade bei PETG mehr Kraftaufwand und erhöht daher den Verschleiß der Beschichtung und das Risiko von Beschädigungen beim Ablösen. PLA lässt sich in aller Regel mit minimalem Kraftaufwand ablösen. manchmal kann man es sogar einfach von der Druckplattform abnehmen (Regel 1 ;-) )Dies und weil aus Praxiserfahrung viele Drucke in der Recyclingtonne landen, solltest du bis kurz vor dem Schluss lieber mit PLA die Funktionalität, Haptik oder das Aussehen mit PLA erst mal testen. Das verlängert die Lebensdauer der Druckplatte, ist umweltfreundlicher und kostet auch weniger Energie und Geld für das Material.

Wie oft landet der mühsam erstellte Print im Abfall?

TPU / TPE ist aufgrund seiner Klebrigkeit im heißen zustand ebenfalls ein Druckbettkiller, wenn man nicht einen Haftvermittler einsetzt. Also drucke diese elastischen Kunststoffe nie direkt auf das Glassbett!

Noch ein Tipp: Nutze neutrales ungefärbtes PLA. Alle Zusätze verschleißen deine Düse schneller, dazu zählen auch die Farbpartikel. Färbe das Material im Nachgang lieber ein. Dann musst du auch nicht so viele Farben der Filamente kaufen und bevorraten.  

Regel Nummer 4: Benutze keinen Metallspachtel !

Der bei den Flsun Druckern beigelegte Spachtel ist toll um Wände zu verputzen, Klebereste vom Fußboden abzuschaben oder sich eine dicke Scheibe Brot abzuschneiden. Zum Entfernen von Prints solltest du ihn möglichst nicht benutzen! Auch nicht um Reste und Rückstände von vorherigen Drucken zu entfernen. Lasse sie lieber drauf oder versuche es vorsichtig mit einem Kunststoffschaber oder den Fingern. Sie stören nicht weiter, werden mit dem 3D Lack versiegelt und kommen ohnehin nach und nach wieder von der Druckplattform ab. Meistens haben Sie sich in die kleinen Vertiefungen des Glassbetts festgesetzt und da kommst du mit dem Schaber ohnehin nicht dran. Die scharfkantige Klinge garantiert tiefe Kratzer in der Beschichtung Glasplatte und verkürzt so ihre Lebensdauer. Und überhaupt: Wenn du die Tipps hier befolgst, wirst du keinen Schaber benötigen, denn du hebst den Print einfach ( nach dem ausgiebigen Abkühlen ) mit minimalem Kraftaufwand ab!

Regel Nummer 5: Ist dein Bodenlayer wirklich plan???

Oftmals scheint es so im Cura oder einem anderen 3D Druck Programm, als ob das Bauteil plan auf der Platte aufliegt. Überprüfe das! Schon geringe Abweichungen führen zu einem Chaos. Cura bietet mittlerweile eine Funktion um zu prüfen ob das Bauteil in den negativen Bereich der Druckplatte hineinragt oder davon abhebt. besser wäre eine Warnung, aber vielleicht kommt das ja noch...

Regel Nummer 6: Fahr den ersten Layer langsam!

Layer 1 dauert maximal 5-10 Minuten. Warum also hetzen? Fahr den Layer langsam und kontrollieren die Haftung. Siehst du Spalten zwischen den einzelnen bahnen, passe deine Z Einstellung on-the-fly, also während des Druckens noch an. Das geht nämlich mit den Flsun Druckern und ist ein immenser Vorteil. Wenn ich technische Bauteile drucke, bei denen es auf Qualität und Maßhaltigkeit ankommt, fahre ich den ersten Layer nie mit mehr als 30mm/s, 25mm sind noch mal eine Dimension besser. Der erste Layer ist superkritisch und Zeit sollte dafür einfach sein. Übrigens auch die zeit mal hinzuschauen und den Drucker nicht aus der Ferne einfach losrennen zu lassen. Nimm die eine Tasse Kaffee/Tee und schau dir das Schauspiel entspannt an... ;-)

Regel Nummer 7: Hast du heute dein Board schon gelevelt?

Nein? Dann erledige das doch erst mal! Auch wenn es heißt, man müsse bei den Flsun Deltas das nur ein einziges Mal im Leben machen: Tue es einfach.

Die Antriebsriemen können ausleiern, die Umgebungstemperatur hat auch einen Einfluss auf die Mechanik (Steht der Drucker z.B. in der Nähe einer Heizung?) , vielleicht hast du es zuletzt auch nicht wirklich gründlich gemacht (Schalte das Heated Bed auf die Drucktemperatur beim Autoleveling, bei der du auch drucken willst). Vielleicht hat auch ein Schelm deine Einstellungen verstellt. Oder, oder, oder. Schließe dies als Ursache einfach aus und du kommst der Lösung des Rätsels einen Schritt näher.

Regel Nummer 8: Prüfe die richtigen Temperaturen für den Druck

Herstellerangaben zur optimalen Drucktemperatur und der Betriebstemperatur des Heated Beds können nicht jeden nur erdenklichen Fall abdecken. Grundsätzlich sollten die Temperatur des Hotends und des heated Beds so nahe wie möglich beieinander liegen um die Auswirkung der Schrumpfung während des Abkühlprozesses so gering wie möglich zu halten. Über 100°C werden es aber wohl immer sein. An dieser Stelle kann man also nur etwas feintunen. Für eine gute Haftung sollte das Filament so heiß wie möglich die Düse verlassen. Das wiederum ist ein Hindernis beim Angleichen der Temperaturdifferenz. Ein häufiges Problem sind allerdings die ungenauen Erfassungen der Temperaturen bei fats allen 3D Druckern. Prüfe anhand eines Infrarotthermometers wie genau die vom System angezeigten Temperaturen mit der Realität übereinstimmen und justiere ggf. nach.

Regel Nummer 9: Vermeide Geometrien die zum Warping neigen.

Warping, also das Aufstellen von bereits gedruckten Bereichen entsteht durch das ungleichmäßige Abkühlen des Druckobjekts. Besonders lange dünne Strukturen oder Ecken sind hierfür anfällig. Vermeide 90° Ecken und runde diese besser ab, wenn möglich. Füge runde Pads an die ersten 2-3 Layer, die dann später entfernt werden können, durch ihre vergrößerte Oberfläche und ihre runde Form jedoch das Warping unterdrücken können. Natürlich sollte auch die Funktion "Skirt" im Slicer genutzt werden um dem Druckobjekt eine breite Hafthilfe zu bieten. Aber auch die Haftungsvariante "Raft" kann für Entspannung beim Abkühlen sorgen.

Regel 10: Lass deinen Print abkühlen!

Dienstag, 24. November 2020

Pflege der Wellen beim FLSUN Delta Drucker

Die Deltadrucker von Flsun verfügen über spezielle Bronzelaufbuchsen. Diese sind in den Laufwagen (englisch Carriage) eingesteckt und haben ein Graphitdepot. Es sind die runden, schwarzen Vertiefungen, in denen das Graphit eingebettet ist (Siehe Bild) Aus diesen löst sich Graphit und überzieht somit die Edelstahlwelle mit einem schwarzen Belag. Man könnte nun meinen, dass dieser Belag hin und wieder entfernt und die Welle so gereinigt werden müsste. Das ist aber nicht der Fall ! Bitte belasse diesen Belag, denn er schmiert die Mechanik und sorgt so für geringe Reibung.

Bronzebuchse FLSUN Deltadrucker mit Graphitdepots

Vor allem sollten die Wellen weder gefettet, noch geölt, noch mit WD-40 o.ä. eingesprüht werden. Die Graphitdepots werden vermutlich ein Druckerleben lang halten. Pflege ist also nicht erforderlich oder sogar schädlich. Alles gut! 

In einem Vergleichsdrucker habe ich IGUS Kunststoffgleitlager verwendet. Einen Unterschied in der Lautstärke oder Druckqualität konnte ich bislang nicht feststellen. Die IGUS Gleitlager sind allerdings wesentlich leichter als die Bronzebuchsen und können so bei High-Speed Konfigurationen durch die höhere zu bewegende Masse ein Limit für Beschleunigungen darstellen. Bislang ist das aber, bei den üblichen Geschwindigkeiten nicht zu beobachten, so dass ich vom Umbau derzeit abrate. Zudem hatten die Kunststofflager in meinem Fall ein größeres Spiel als die Bronzebuchsen. Auch wenn ich ein großer Fan von IGUS Kunststoffgleitlagern bin, sehe ich derzeit keinen entscheidenden Vorteil in einer Umrüstung der Flsun Delta Drucker auf diese Produkte.

Montag, 23. November 2020

FLSUN Delta Drucker Firmware updaten und neu konfigurieren

Disclaimer: Wenn du mit deinem Delta Drucker zufrieden bist und alles so läuft wie es soll, du keine Erfahrung mit Firmware, Konfigurieren von Deltas etc. hast: Dann lass doch einfach alles so wie es ist. 

Never change a running system und so....😉

Will man die Firmware des FLSUN Deltadruckers updaten muss auch die Configuration.h Datei neu eingerichtet werden. Hier findet die Firmware alle wesentlichen Angaben zum FLSUN QQ und Q5 Drucker, die über das Robin MKS Mini bzw. Nano verfügen. Das Robin MKS ist ein (legaler) Clon des sehr sehr guten, aber leider auch teuren Duet Boards. der Support bei Duet ist - da sie die Entwickler sind - auch wesentlich besser. Du kannst also bei vielen Software, Hardware und Firmwareproblemen auf die Website des Herstellers des Originals ausweichen. Das ist aktuell so, muss aber nicht für alle Ewigkeit so bleiben.

Hier findest du alle wichtigen Parameter und deren Bedeutung:

https://duet3d.dozuki.com/Wiki/Gcode#Section_M665_Set_delta_configuration

Achtung: Ich habe mal versucht einen G Code (M665) an den FLSUN QQ-S zu senden. Dazu habe ich in Cura eine WiFi Verbindung aufgebaut und dann den G Code gesendet. Anschließend einen M500 G Code Befehl (zum Abspeichern der Änderungen ins EEPROM des Mainboards) auf die selbe Weise. Der Drucker hat daraufhin nicht mehr auf jegliche Befehle angesprochen. Einziger Ausweg - der aber problemlos war: Eine aktuelle Firmwareversion auf die SD Karte gespeichert und den Drucker neu hochgefahren. Zum Glück war die Firmware wohl noch soweit intakt, dass Sie das Update durchführen konnte. Also aufgepasst bei den G Codes! Evtl. hat M500 beim Robin MKS Board ein anderes Verhalten als bei den 8-Bit RAMPS. Ich habe das nicht weiter erforscht, vielleicht weißt du ja warum das passiert ist, dann schreibe es mir bitte in einen Kommentar.

Falls dir das auch passiert ist ( G Code gesendet, und der FLSUN Deltadrucker ist abgestürzt ) hole dir am besten die aktuellste Firmware. Die sollte sich hier finden lassen:

https://github.com/makerbase-mks/MKS-Robin-mini

Dort ist die oben angesprochenen Configuration.h Datei schon mit dabei. Beachte, dass die Firmware nicht wissen kann, welche Art von Drucker du einsetzt, wie groß sein Bauraum ist, wie viele Extruder er hat usw. Daher muss die originale Firmware immer erst angepasst werden. All diese Parameter werden in der kleinen Text Datei Configuration.h von dir festgelegt. Die Datei kann also mit einem Texteditor geöffnet und bearbeitet werden. Sobald du sie auf die SD Karte speicherst und dann die SD Karte in den SD Kartenslot des Druckers einlegst, wird die bisherige Version durch die aktuellere ersetzt. Es erscheint dann im Touchscreen die Meldung "Updating". Bei einem Delta muss beispielsweise die Länge der Parallelarme angegeben werden, der Durchmesser des Druckbetts usw. Für einen Einsteiger ist das ein Riesenprojekt, das Tage oder Wochen dauern kann und Google zum Glühen bringt. Wenn du dir diese Grundlagenforschung ersparen willst, nimm eine bereits fertig für den FLSUN Deltadrucker angepasste Firmware. Die findest du in den einschlägigen Usergroups, vornehmlich die auf Facebook. 

Hier der Link:

https://de-de.facebook.com/groups/120961628750040

Dort laden 3D Druck Veteranen die, bereits von ihnen für die FLSUN Drucker angepasste, Firmwareversion hoch. Das sollte besser für den Einstieg sein, denn dort kannst du auch gezielt Fragen zu der Version stellen. Bei einer selbst konfigurierten Firmware ist das schwieriger,  da sie so ja keiner vorliegen hat und du immer alle relevanten Dateien hochladen musst, damit dir jemand helfen kann. Also: Bleibe als Einsteiger erst mal beim Standard, sonst verlierts du dich sehr schnell in den Tiefen der Firmware. 

Weiterhin sehr nützlich, ist die Seite mit Informationen dazu, wie man den Delta Drucker kalibriert:

https://duet3d.dozuki.com/Wiki/Calibrating_a_delta_printer

Eine Kalibrierung ist wichtig, damit dein Drucker weniger Druckfehler macht, also keine unschönen Lücken in der Oberfläche oder Tropfen (genannt Blobs) die die Außenseite des Drucks verschandeln.

Auch Maßhaltigkeit ist ein wichtiges Kriterium, wenn es darum geht den Drucker feinzutunen. Starte am besten mit dem X-Y-Z Würfel. Dieser hat eine Kantenlänge von 20 mm. Miss das nach und korrigiere dann die entsprechenden Parameter. Oftmals sind es auch mechanische Probleme, die dazu führen, dass ein Objekt nicht maßhaltig gedruckt wird. Lockere Antriebsriemen z.B. oder eine falsch eingestellte Übersetzung von Schrittmotor zu Riemenantriebsrad. 

Sonntag, 25. Oktober 2020

3D Druck Modelle effektvoll in Szene setzen

Mit dem Delta 3D Drucker von FLSUN gedruckt und per Laser beleuchtet

 

Als Fan der ersten Stunde von "Aliens" habe ich es mir nicht nehmen lassen, das Model eines ausgewachsenen Exemplars einmal zu drucken und zusammen zu bauen. 

Gescliced wurde mit Cura in 0.15mm Schichthöhe, Support und ohne Raft. Der Druck wurde nicht perfekt, insbesondere die filigranen Bereiche, wie die Klauen, waren schwierig vom Support zu befreien. Hier müsste man noch mal mit der Orientierung der Teile und dem Support bei den Einstellungen experimentieren. Geschenkt - für einen 1. versuch und als Muster durchaus brauchbar. Eine kleine, 10 mm starke Acrylglasplatte hatte ich im passenden Format. Unten kamen kleine Gummifüße dran (Bekommt man im Baumarkt oder halt im Netz).

Alien, gedruckt mit dem FLSUN QQ-S Pro. Filament von SUNLU.

Um das Ganze Ensemble noch ein wenig dramatischer in Szene zu setzen, habe ich mit verschiedenen Beleuchtungen experimentiert. Dabei war mir wichtig, dass man keine Technik wie Kabel oder LEDs an dem Modell selbst sehen kann. Die Lösung ist das bestrahlen der Schnittflächen der Glasplatte unter dem Modell. So kann man in einiger Entfernung unauffällig eine Lichtquelle installieren und dem Modell einen zusätzlichen dramatischen Flair geben. Das verwendete Filament ist SUNLU Silk Copper PLA. Sehr zu empfehlen, wenn es einem auf den optischen Kupfereindruck ankommt und man seine Druckdüse schonen will.

Nach dem 3D Druck mit UV LED in Szene gesetzt

Auf einem Bild sieht man die Beleuchtung mit einer UV LED, auf dem zweiten ist es ein grüner Laser. Den Effekt kann man noch verbessern, indem man die Kante in der das Licht eindringt entweder aufraut oder glatter schleift, je nachdem, ob das Licht beim Eintritt bereits stark gestreut werden soll (rau) oder erst beim Austritt aus der Platte (dann Eingangskante bzw. Eintrittspunkt glätten)

Was meint ihr? Bessere Vorschläge?

Links: 

Model: Alien - Xenomorph - Full Figure - 25 CM

Filament: SUNLU Silk Copper PLA

Gummifüße: Anti-Rutsch Gummipuffer

Acrylglas: ca. 5 mm Stärke inkl. Zuschnitt

Laser grün:  UV LED: Quarton Lasermodul VLM-520-74 LPA (GRÜN, 3~6V)

UV LED Modul: UV Taschenlampe LED Handlampe Schwarzlicht

Vorstellung des FLSUN QQ-S Pro Deltadruckers

 Der FLSUN Deltadrucker ist der Preis-Leistungssieger in diesem Segment, wie zahlreiche Tests und Reviews belegen. Es handelt sich um ein robustes Ganzmetall Gerät der neuen Generation von Deltadruckern. Diese sind schnell, für Dauereinsätze geeignet, bieten eine hohe Druckqualität und sind - aufgrund der benötigten Bauteile - sogar günstig. Die in den Anfangszeiten komplizierte Einrichtung und Kalibrierung wurde durch Fortschritte in der Hardware (MKS Robin Mainboard, speziell für 3D Drucker entwickelt) sowie einem präzisen und automatischen Bett Leveling System stark vereinfacht. Der FLSUN Deltadrucker zeichnet sich durch eine hohe Zuverlässigkeit, Druckqualität und Einfachheit in der Bedienung aus. Wir haben die FLSUN Deltadrucker täglich im Einsatz und können dies bestätigen. Ob für Hobby, Nebenerwerb oder als autarke Minifabrik: Der FLSUN Delta 3D Drucker arbeitet schnell und zuverlässig. 

Wichtig bei jedem technischen Produkt, ist eine gute, ausreichend große Community, mit der man sich austauschen und lernen kann. Diese ist z.B. in einer Facebookgruppe, oder aber auch als Usergruppe bei der Plattform Thingiverse zu finden. Dort findet man dann auch bereits von anderen Anwendern erstellte Druckvorlagen, die den Drucker weiter verbessern oder die Arbeit mit ihm vereinfachen.

Der Drucker ist auch für Einsteiger gut geeignet, da er viele Arbeitsschritte wie Filamentwechsel, Autobed Leveling u.a. automatisiert hat.
FDM Drucker allgemein eignen sich für Objekte, die etwas größer als das Kantenmaß 10 mm aufweisen, sehr gut und detailreich. Bei kleineren Strukturen kommt die Auflösung jedoch prinzipbedingt an ihre Grenzen. Für größere Objekte ist das Verfahren jedoch ideal, da schnell (ohne aufwendige Vorbereitungen), vielseitig, durch eine große Zahl an unterschiedlichen Filamenten und sehr günstig bezogen auf die Materialkosten. Wer feinere Strukturen braucht, kann den Drucker durch entsprechende Upgrades und Software anpassen. Auch hierzu - wie man beispielsweise einen Zweifachextruder einbaut - gibt es Anwenderberichte auf Facebook und anderen Plattformen. 
Letztlich ist aber auch der FLSUN Deltadrucker ein modernes technisches Werkzeug, das - wie jede Spülmaschine und jedes Fernsehgerät - dann die besten Ergebnisse liefert, wenn man sich damit auseinandersetzt.

Delta 3D Drucker faszinieren seit jeher die Betrachter, durch ihr futuristisches und elegantes Bewegungskonzept. Die theoretischen Grundlagen wurden bereits in den 1950ern vom englischen Ingenieur Eric Gough entwickelt und von D. Steward veröffentlich, was der Kinematik ihren Namen gab. Delta Drucker verfügen über einen wesentlichen konzeptionellen Vorteil gegenüber den anderen, kartesischen Modellen. Hier wird nur der Druckkopf und nicht auch noch zusätzlich das Druckobjekt bewegt. Dadurch muss weniger Masse bewegt und abgebremst werden. Delta Druck sind daher bereits standardmäßig circa doppelt so schnell wie andere Konzepte - bei gleicher Qualität des Druckergebnisses. Aufgrund des Bewegungsmusters sieht man üblicherweise nicht die typischen Streifen auf den Seiten des Druckobjekts. Es macht es daher schwerer die Ergebnisse als 3D gedruckt für Ungeübte zu erkennen. Aufgrund der trigonomischen Bewegungen ist der bedruckbare Bereich maximal ein Kreis und die Druckbetten sind daher rund. Der maximal bedruckbare Bereich ist aber bei einem Kreis mit 200 mm Durchmesser immer kleiner als ein Quadrat mit 200 mm Kantenlänge. Kompliziert und für Einsteiger abschreckend war jedoch das komplizierte Einstellen der Druckhöhe über das gesamte Bett. Neue Algorithmen und Auto Bed Leveling haben dies aber gelöst. Nach einer automatischen, vom Nutzer einmal begleiteten Abtastung der Druckoberfläche, findet der Drucker danach zuverlässig den optimalen Abstand zum Druckbett. Zusätzliche Funktionen im Menu des Touchdisplays ermöglichen jedoch weitere Anpassungen bei Bedarf. Der Bauraum in Z-Richtung ist bei Deltas fast zweimal so groß wie der Durchmesser. Daher eignen Sie sich besonders für schlanke hohe Objekte wie z.B. Vasen und Rohre. Aber auch technische, maßhaltige oder organische Objekte wie Statuen oder Figuren können schnell und gut mit dem QQ-S Pro gefertigt werden. 

Technische Highlights:

Hochmodernes 32 Bit Mainboard MKS Robin mini: Während viele heutzutage angebotenen 3D Druck nur über 8 Bit Mainboards mit viel Peripherie verfügen, handelt es sich bei dem Board das den FLSUN QQ-S Pro steuert um ein modernes, nur für diesen Zweck entwickeltes Mainboard handelt. Zusammen mit dem farbigen Touchdisplay erlaubt es komfortable integrierte Funktionen, schnelle Berechnungs- und Reaktionszeiten sowie eine optimale Energienutzung.
Firmwareupdate per SD Card: Kein Programmieradapter, Software oder manuelle Programmierung nötig. System erkennt neue Firmwareversion automatisch, sobald sie auf der SD Karte vorhanden ist.
Mehrsprachiges 3.2" Vollfarb Touchdisplay. Neben der Steuerung per PC/Mac oder Smartphone, bietet der Drucker die Möglichkeit über ein grafisches Touchdisplay direkte Eingaben zu tätigen. So kann beispielsweise während des Drucks die Geschwindigkeit verändert werden, der Druck pausieren - um z.B. das Filament zu wechseln - oder die Temperatur des Heizbettes oder des Hotends variiert werden.
Innovatives Auto Bed Leveling: Nur einmal einstellen und sofort losdrucken. Das ABL muss nur direkt beim Erstbetrieb durchgeführt werden. Korrekturen der Z-Höhe sind trotzdem auch im laufenden Betrieb über das Display möglich.
Beheiztes 24V Druckbett mit innovativer Technologie. Schnelles Aufheizen und sichere Verbindung während des Drucks. Die spezielle Beschichtung sorgt für zuverlässigen Halt während des Druckvorgangs. Sobald der Druck beendet ist und die Temperatur absinkt, löst sich der Kunststoff durch die Schrumpfung von der Druckplattform und kann fast ohen Krafteinsatz von ihr abgenommen werden. 
Leise Trinamics TMC 2208 Schrittmotortreiber: Diese in Deutschland entwickelten Treiberstufen, lassen die Schrittmotoren flüsterleise und mit maximaler Druckauflösung arbeiten. Die Module sind gesockelt. 
Bewährter Titan Extruder: Kraftvolles und zuverlässiges Fördern des Filaments, auch für elastische Druckmaterialien wie TPU/TPE geeignet. Gut zugänglich an der Oberseite platziert und per Software mit automatischen Filamenteinzug oder Filamententladung ausgestattet.
Pause and Resume Funktion: Dank der fortschrittlichen Programmierung, kann der Drucker auf Knopfdruck pausieren und dann wieder die Arbeit aufnehmen. Auch Unterbrechungen durch Stromausfall sind somit kein Totalverlust, da der Drucker die Arbeit an der letzten Stelle fortsetzen kann.
Kompatible 3D Druck Software: Ultimaker Cura, Repetier, Simplify3D (kostenpflichtig) und andere 3D Druckprogramme.

Technische Daten FLSUN QQ-S PRO
Bauraum: 255mm Durchmesser x 360mm Höhe
Positionierungsgenauigkeit: XYZ 0.01mm
Druckgeschwindigkeit: 10-300mm/s
Automatische Bett Nivellierung mit Sensor
Beheizbare Druckplattform 24V mit Spezialbeschichtung: 
Extruder: Einzeldüse, 0-260°C
Düsendurchmesser: 0.4 ab Werk. Andere Düsendurchmesser (z.B. 0.2 mm  bis 0.8 mm)  möglich
Maximale Hotend Temperatur: 260 °C
Maximale Druckbett Temperatur: 110 °C
Materialien: ABS, ASA, PLA, PETG, PVA, TPU/TPE
Steuerelektronik: Modernes 32-Bit Motherboard Robin MKS
Benutzerinterface: 3.2" Vollfarb Touchscreen Display
Datenübermittlung: 
  • Druckauftrag im Direktmodus per Software (Windows PC, Linux, Apple) über USB 3.0 Kabel
  • Druckauftrag per SD Card
  • Druckauftrag per WiFi (Standard per Cura Software mittels MKSCloud Plugin,  beides kostenlos) oder Repetier Host (kostenlos), oder Simplyfy 3D (kostenpflichtige Cloud Lösung)
Geräuschpegel: ca.50 dB


Das Paket enthält:

1 x FLSUN QQ-S Pro 3D Drucker vormontiert.

Aktuelle Angebote:

Samstag, 24. Oktober 2020

Curvature Ajust - Krümmungsradius einstellen beim FLSUN QQ_S Pro

Was ist Curvature Ajust?

Neben dem Autobedleveling des FLSUN QQ-S Pro und Q5 gibt es einen weiteren Menüpunkt im Displaybetrieb, der auch im Handbuch beschrieben ist, der sich Curvature Ajust nennt. Manche fragen sich nun, wozu diese Funktion dient. Zunächst vorab die wirklich gutgemeinte Empfehlung: Wenn alles so läuft wie es soll, bitte nicht daran rumspielen!

Curvature Ajust Funktion beim FLSUN QQ-S. 

Ich habe diese Funktion mal frei "Krümmungsradius einstellen" genannt. Um zu erklären, wozu sie dient muss ich ein wenig ausholen...

Unser Deltadrucker bewegt sich in einem anderen Konzept als kartesische Drucker (Kartesisch = wie der Prusai3, CR-10S, Ender 3 und wie sie alle heißen). Kartesische 3D Drucker, bewegen jeweils eine Achse im Raum, um zu ihrem Zielpunkt zu gelangen. Einmal in X, einmal Y und einmal in Z Richtung.

Deltadrucker arbeiten bekanntermaßen anderes. Um einen Punkt in einer Ebene zu erreichen, müssen die 3 Arme gehoben oder gesenkt werden. Würde man die Arme mit einer Folie bespannen, entstünde bei jeder neuen Position eine Pyramide mit 4 Flächen, ein Tetraeder. Die Berechnungen sind daher komplex und es entstehen Rundungsfehler (zusätzlich zu geringfügigen mechanischen Ungenauigkeiten) Dadurch entstehen winzige Abweichungen bei der Berechnung der Ebene auf der sich die Spitze des Tetraeders bewegt. Dies führt dazu, dass diese aktuelle Arbeitsebene (der aktuelle "Layer") eine leichte Krümmung aufweist und nicht vollkommen plan ist. Die Arbeitsebene des Deltadruckers ist also ein winziger Ausschnitt aus einer Kugel, statt wie beim kartesischen Drucker eine vollkommen gerade Ebene. 

In der Folge setzt die Druckdüse entweder in der Mitte oder zum Rand der Druckplatte hin nicht mehr auf, oder schabt auf ihr weil sie zu tief positioniert wird.

Diese Abweichung kann nun mittels der Curvature Ajust Funktion korrigiert werden. Zunächst wird ein Muster gedruckt, dass nahezu den gesamten Druckbereich überstreicht. Dabei achtet man nun darauf, ob der Druckkopf überall gleichmäßig aufsetzt und das Muster in Form einer Blume oder eines Sterns gleichmäßig ausgebildet wird. Ist der Bereich in der Mitte nicht sichtbar oder wesentlich schwächer als der am Rand (oder umgekehrt) kann man dann über das Display in kleinen Schritten den Druckkopf heben oder senken, bis das Muster vollkommen gleich an allen Stellen des Druckbetts gedruckt wird.

Das Problem der gekrümmten Ebene hat in den ersten Jahren der Deltadrucker dazu geführt, daß dieses Konzept wieder aus dem Blickfeld der 3D Druck Technologie verschwand. Auch das Autobed Leveling konnte da nichts ausrichten, da es über die gesamte Ebene (also den Layer) den Abstand zwar korrigiert, die Abweichung in der Bewegung, durch Berechnungsfehler aber nicht erkennen konnte. Seitdem 32-Bit Prozessoren mit wesentlich höherer Genauigkeit die Berechnungen der Positionen durchführen ist das aber kein Thema mehr. Die verbleibende geringfügige Abweichung kann zudem jetzt noch durch die Kalibrierungsfunktion Curvature Ajust korrigiert werden. 

In der Praxis wird dies aber selten benötigt. Daher sollte man bei Problemen mit der Haftung des ersten Layers zwar durchaus mal die Kalibrierungsblume drucken um das auszuschließen, aber andere Ursachen (Material, Drucktemperatur usw.) in Betracht ziehen.

FLSUN hat ein Video zur Veranschaulichung der Kalibrierung auf Youtube hochgeladen:



Ältere Versionen des QQ-S haben die Kalibrierungsdatei nicht auf der mitgelieferten SD Karte. Ich habe daher ein ähnliches Objekt erzeugt, das man sich hier herunterladen und zum Testen verwenden kann.




Wipe Code zum Abstreifen der Düse vor dem Druck für den FLSUN QQ Delta Drucker

Wer kennt nicht das Problem des ersten Layers? Oftmals misslingt er, weil sich an der Düse noch Reste von vorherigen Drucken befinden. Diese...